Die Arbeit untersucht den 2016 unter dem Eindruck der »Kölner Silvesternacht« eilig eingeführten Straftatbestand der sexuellen Belästigung in § 184i Abs. 1 StGB. Neben der Auseinandersetzung mit dem Begriff und unterschiedlichem Verständnis von sexueller Belästigung in Gesellschaft und Recht wird anhand empirischer Studien die Verbreitung sexueller Belästigung in unserer Gesellschaft aufgezeigt. Anschließend wird der Gesetzgebungsprozess analysiert, der unter dem Eindruck der Kölner Silvesternacht 2015/16 stattfand und zahlreiche konzeptionelle Schwächen aufweist. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutzgut der sexuellen Selbstbestimmung, dessen bisherige dogmatische Erklärungsansätze kritisch hinterfragt werden.
Der Hauptfokus der Arbeit liegt auf den Tatbestandsmerkmalen des § 184i Abs. 1 StGB und identifiziert dabei vermeidbare Schutzlücken und Wertungswidersprüche. Abschließend wird ein Reformvorschlag entwickelt und festgestellt, dass § 184i Abs. 1 StGB das gesetzgeberische Ziel bislang nicht erreicht.